| Rückrundenauftakt der Zwoten |
| Geschrieben von: Linksaußen von Linksunten |
| Sonntag, den 15. Januar 2012 um 16:31 Uhr |
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 Freitag. 20.30 Uhr. Kolonne. Es war angerichtet zum Rückrundenauftakt. Zu Gast hatte man den PSV, der uns am ersten Spieltag im September mal eben dezent demontiert hatte. Auf der Tribüne fand sich der wie üblich zahlreiche Anhang der Polizisten ein aber auch der ein oder andere Unterstützer unserer bescheidenen Hobbytruppe war zu erblicken.Beide Teams gingen mit breiter Bank und ich bin versucht zu behaupten: mit ähnlich viel Druck in die Partie. Während sich die Gäste keinen Ausrutscher mehr erlauben durften, um im Kampf um die Meisterschaft nicht auf der Strecke zu bleiben, müssen wir nach jedem irgendwie möglichen Punkt greifen, unabhängig von Rang und Namen des Gegners, wenn wir nicht schon im Februar die Abschiedstournee einleiten wollen. Das Spiel begann ausgeglichen. Bis zum 7:7 vermochte kein Team es an sich zu reißen. Schon hier war aber zu erkennen, dass wir für unsere Tore gegen die offensive 3-2-1 Deckung weitaus mehr Aufwand betreiben mussten als der Gegner, der häufig mit kürzesten Passfolgen den Weg zum erfolgreichen Torabschluss fand. So kam es, wie es kommen musste. Die bis dato spielerisch überlegene Mannschaft konnte sich auf vier Tore absetzen, indem sie unsere Fehler kaltblütig bestrafte. Den Vorsprung (7:11) konnte der PSV in die Halbzeit retten (11:15). In der Kabine herrschte gediegene Stimmung. Man war sich einig, dass man zurecht zurücklag aber auch, dass die Gäste bisher nicht so dominant agierten, dass wir hätten schockiert sein müssen. Nach der Pause kam erstmals Alex Müller auf der Mittelposition für uns in die Partie und erwischte wohl die fünf besten Minuten seiner bisherigen Männerkarriere. Jeder Schritt, jede Körperbewegung erwies sich als die richtige Entscheidung und mithilfe seiner drei Treffer infolge, waren wir beim Stand von 15:16 urplötzlich wieder mitten in der Partie. Der Favorit bäumte sich noch einmal auf und hielt uns auf Distanz (15:17). Beim 17:17 glichen wir erstmals seit Beginn des Spiels wieder aus. Abermals antwortete der PSV mit einem Treffer aber das zeigte keine Wirkung. Auch die Disqualifikation gegen Abwehrdino Sommerfeld führte zu keinem Bruch in unserem Spiel. Eher im Gegenteil. Im gesamten zweiten Spielabschnitt war es egal wer in der Deckung stand. Die Abwehr wirkte als ein Kollektiv und hielt den Gegner auf Distanz zum Tor. Mit dem 19:18 war das Spiel gekippt. Angeführt durch den überragenden Büttner auf Linksaußen spielte sich die Mannschaft in einen in dieser Saison bisher beispiellosen Rausch. Auf unserer Bank und auf der Tribüne war mitunter mehr Emotion und Bewegung zu verspüren, als auf dem Feld. Jede Einwechslung fügte sich in das große Ganze, dass längst über die Summe seiner Teile hinweg gewachsen war. Coach Untermann sah sich bereits nach 37 Minuten zur Auszeit genötigt und ließ seine 3-2-1 nun noch offensiver und aggressiver gegen unseren Rückraum agieren. Doch half das nichts. Weder Robert noch Alex Müller waren in der eins gegen eins Situation noch zu halten, sodass uns immer wieder Durchbrüche gelangen. Beim 28:23 erreichten wir die höchste Führung des Spiels. Auf der Bank des PSV gaben sich Fassungs- und Ratlosigkeit die Klinke in die Hand, während Büttner weiter einfach alles nach Belieben traf. Der Angriff der Polizisten kam nur noch in den seltensten Fällen in die Nahwurfzone und verschoss Reihenweise von der Freiwurflinie. Dadurch war nun auch Rechtsaußen Berger aus dem Spiel genommen, der als beinah einziger noch spürbare Sicherheit im Abschluss demonstrierte. Abermals wurde die Deckung umgestellt und fortan spielten wir gegen eine 6-0. Auch das tat unserem Lauf keinen Abbruch. Geduldig wurde gespielt bis sich eine Lücke auftat. Beim 31:27 zwei Minuten vor Feierabend war die Messe gelesen. Es wäre vermessen zu behaupten, man hätte den Favoriten an die Wand gespielt. Niedergekämpft ist viel mehr die passende Vokabel. Auch im Falle einer Niederlage hätten wir uns nicht den Vorwurf gefallen lassen müssen, nicht alles gegeben zu haben. Das 32:29 markierte den Endstand eines aus unserer Sicht magischen Handballabends, der zunächst durch das traditionelle Neujahrsweißbiertrinken und später weit darüber hinaus noch begossen wurde. Unser Dank gilt den Zuschauern beider Fraktionen für eine Stimmung in der Halle, die wir nicht jede Woche erleben dürfen und dem aus der Not geborenen Schiedrichterduo Viehstädt / Schadow. Es wäre wünschenswert, wenn es mehr Unparteiische gäbe, die eine solche Zurückhaltung an der Pfeife an den Tag legen ohne eine Linie vermissen zu lassen, statt jene, die den Drang verspüren sich selbst in den Mittelpunkt der Partie stellen zu wollen.  Linksaußen von Linksunten |

